Wenn du dich schon mal mit neuen Wohnbauprojekten in Spanien beschäftigt hast, ist dir wahrscheinlich irgendwo in der Broschüre ein Abzeichen oder Logo aufgefallen. BREEAM, WELL, LEED, Passivhaus. Das klingt beeindruckend, soll dir das Gefühl geben, etwas Besseres zu kaufen, und in vielen Fällen hat es tatsächlich eine Bedeutung. Aber wie bei allem Marketing hilft es, zu wissen, womit man es zu tun hat.
BREEAM: Der Allrounder in Sachen Nachhaltigkeit
BREEAM steht für „Building Research Establishment Environmental Assessment Method“. Es handelt sich um einen in Großbritannien entwickelten Standard, der zu den in Europa am häufigsten verwendeten zählt.
Für Käufer bedeutet BREEAM, dass das Gebäude unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit entworfen und gebaut wurde. Das umfasst alles vom Energieverbrauch und der Wassereffizienz über Materialien und Abfall bis hin zur Nähe des Gebäudes zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Idee dahinter ist, die Umweltauswirkungen über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes hinweg zu messen.
In der Praxis verfügt ein nach BREEAM zertifiziertes Bauprojekt in Spanien oft über Dinge wie eine bessere Wärmedämmung, intelligente Beleuchtungssysteme, wassersparende Wasserhähne und einen Bauprozess, bei dem versucht wird, Abfall zu minimieren. Das garantiert zwar nicht, dass deine Nebenkosten minimal sind, aber es ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Bauträger zumindest über den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes nachgedacht hat.
WELL: Komfort und Gesundheit stehen an erster Stelle
Der WELL-Gebäudestandard ist neuer und eher eine Nische, gewinnt aber auf dem Luxusmarkt schnell an Bedeutung. Während sich BREEAM auf die Umwelt konzentriert, steht bei WELL der Mensch im Mittelpunkt, der im Gebäude wohnt oder arbeitet.
Dabei werden Aspekte wie Luftqualität, Tageslicht, Lärmpegel, Wasserqualität, thermischer Komfort und sogar der Zugang zu Fitnesseinrichtungen berücksichtigt. Für Käufer kann das größere Fenster, bessere Belüftungssysteme, Schallschutz und eine Gestaltung bedeuten, die dafür sorgt, dass du dich in deinem eigenen Zuhause wohler fühlst.
Wenn du bei einer spanischen Wohnanlage die WELL-Zertifizierung siehst, ist das ein Zeichen dafür, dass das Projekt an gesundheitsbewusste Käufer vermarktet wird, denen der Lebensstil genauso wichtig ist wie die Lage.
LEED: Das amerikanische Gütesiegel
LEED steht für „Leadership in Energy and Environmental Design“. Es handelt sich um einen amerikanischen Standard, der jedoch weltweit verbreitet ist und von einigen spanischen Bauprojekten genutzt wird, um internationale Käufer anzusprechen.
Ähnlich wie BREEAM bewertet es Aspekte wie Energieeffizienz, Wasserverbrauch und Materialbeschaffung, verfügt jedoch über ein eigenes Bewertungssystem: „Certified“, „Silver“, „Gold“ und „Platinum“. Je höher die Stufe, desto strenger sind die Nachhaltigkeitskriterien.
In Spanien sind LEED-zertifizierte Gebäude eher im Bereich Gewerbeimmobilien und Hotels verbreitet, aber auch hochwertige Wohnprojekte, vor allem solche, die sich an Käufer aus den USA oder dem Nahen Osten richten, streben diese Zertifizierung manchmal ebenfalls an.
Passivhaus: Der Experte für Niedrigenergiehäuser
Passivhaus ist ein deutscher Standard, der sich ganz auf die Energieeffizienz konzentriert. Diese Häuser sind so gebaut, dass sie dank dicker Dämmung, luftdichter Bauweise und hochleistungsfähiger Fenster nur sehr wenig Heiz- oder Kühlenergie verbrauchen.
Im spanischen Klima kann ein Passivhaus ein Haus bedeuten, das im Sommer kühl und im Winter warm bleibt – und das bei minimalem Energieverbrauch. Es geht nicht darum, ausgefallene Technik einzubauen, sondern darum, das Gebäude so gut zu konstruieren, dass man die Klimaanlage oder Heizung kaum noch laufen lassen muss.
Passivhäuser sind in der Regel teurer im Bau, aber die Betriebskosten können deutlich niedriger sein. Für Käufer, die vorhaben, ganzjährig in Spanien zu leben, kann das eine kluge langfristige Investition sein.

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