In Spanien ist Trinkgeld nicht üblich. Es gibt kein kleines Fenster, in dem nach zwölf, fünfzehn oder zwanzig Prozent gefragt wird. Keine leere Zeile, die du aus Schuldgefühl ausfüllen musst. Es wird nicht erwartet, dass du Trinkgeld gibst. Allerdings geben die Leute doch Trinkgeld, wenn sie es für verdient halten, und es wird geschätzt, wenn es passiert. Hier ist dein einfacher, direkter Leitfaden zum Thema Trinkgeld in Spanien an der Costa del Sol.
So funktioniert es wirklich
Die Einheimischen runden meistens auf. Wenn Tapas und Bier zusammen 46 Euro kosten, mach 50 daraus und lass das Wechselgeld da. Wenn der Service herzlich war und das Essen gut geschmeckt hat, sind ein paar Euro ein Dankeschön, ohne dass es zu einer großen Sache wird. Wenn es nicht gut war, lass nichts da. Das ist hier normal und nicht unhöflich.
Als Faustregel für Besucher, die immer wieder nach Informationen zum Trinkgeld in spanischen Restaurants suchen: Zehn Prozent sind angemessen. Zwanzig Prozent sind großzügig und gehören zu besonderen Anlässen, nicht zu jedem Abendessen.
Bezahlen mit Karte oder Bargeld
Wenn du mit Karte Trinkgeld geben möchtest, sag das, bevor dir das Kartengerät gereicht wird. Der Kellner muss den Gesamtbetrag inklusive Trinkgeld eingeben. In vielen Lokalen wird das Trinkgeld in einen gemeinsamen Topf eingezahlt, der am Ende der Schicht oder des Monats ausgezahlt wird. Größere Betriebe wickeln das möglicherweise über die Gehaltsabrechnung ab. Bargeld ist der einfachste Weg, um sicherzugehen, dass das Team das Geld auch bekommt.
Wann ich Trinkgeld gebe und wann nicht
Ich persönlich gebe in 90 % der Fälle Trinkgeld, vor allem, wenn sich jemand wirklich um uns kümmert. Wenn der Service gut ist, das Essen gut ist, wenn ein Gastgeber uns an einem geschäftigen Abend noch einen Platz freimacht. Ich habe früher in Restaurants gearbeitet und weiß es zu schätzen, wenn jemand sein Handwerk versteht. Wenn die Küche ein Gericht ohne viel Aufhebens nachbessert. Auch beim Parkservice gebe ich immer ein Trinkgeld.
Aber ich habe kein Problem damit und gebe keinen Cent Trinkgeld, wenn das Essen schlecht ist oder der Service mies ist. In Spanien ist Ehrlichkeit in Ordnung. Keine Leistungsprämie dafür, das Nötigste zu erledigen.
Verschiedene Orte, derselbe Geist
Cafés und ungezwungene Mittagessen. Rundet auf den nächsten Euro auf oder gebt einfach, was ihr für den freundlichen Service für angemessen haltet.
Abendessen mit Tischservice. 10 bis 20 % für einen guten Service. Etwas mehr, wenn sie dir trotz voller Haus noch einen Platz gemacht haben oder auch im Trubel gut gelaunt geblieben sind.
Strandclubs. Da ist ganz schön was los. Wenn sich das Team den ganzen Tag um dich gekümmert hat, erscheinen 10 % nach ein paar Flaschen Dom Pérignon schon recht wenig … hier ist alles möglich.
Taxis und Fahrer. Das kommt zwar selten vor, aber ich runde bei Taxifahrten auf. Rechne ein oder zwei dazu für kurze Strecken zu Stoßzeiten. Bei privaten Fahrern für längere Fahrten gibt’s fünf bis zehn Prozent für exzellenten Service. (Du kannst dir meinen Transport-Leitfaden zu diesem Thema ansehen, indem du HIER klickst)
Lieferung. Ein oder zwei Euro an der Tür, besonders bei Regen oder Hitze.
Worüber du dir keine Sorgen machen musst
Die Preise enthalten bereits die Umsatzsteuer. Rechne keine IVA dazu. Falls du eine Servicegebühr siehst, ist das selten und gilt meist nur für Gruppen oder Veranstaltungen. Es wird nicht erwartet, dass du zusätzlich Trinkgeld gibst, es sei denn, das Team hat sich wirklich besonders ins Zeug gelegt.
Eine lokale Perspektive für Besucher
In Spanien werden Stammgäste mehr geschätzt als große Gesten. Rundet den Betrag auf, wenn es sich richtig anfühlt. Sag Danke. Hinterlasse ein kleines Trinkgeld, wenn sich jemand das verdient hat. Wenn du es dir leisten kannst und es dir gefallen hat, bedeutet ein kleines Trinkgeld dem Personal sehr viel. Wenn du Stammgast wirst, führt diese kleine Gewohnheit zu freien Tischen, schnellem Service und der Art von Begrüßung, bei der du das Gefühl hast, hier an der Costa del Sol zu leben.

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