Beim Kauf einer Immobilie an der Costa del Sol geht es nicht nur darum, auf der gepunkteten Linie zu unterschreiben und die Schlüssel in Empfang zu nehmen. Es ist eine ernstzunehmende Investition, und zu wissen, was sie tatsächlich kostet – vom ersten Tag an und darüber hinaus –, kann entscheidend dafür sein, wie du planst und wie du dich danach fühlst.
Hier ist die vollständige Übersicht. Genau das, was du wirklich wissen musst.
Einmalige Anschaffungskosten
Bestandsimmobilien
Wenn du eine Bestandsimmobilie an der Costa del Sol kaufst, sind das deine wichtigsten Ausgaben.
• Grunderwerbsteuer (ITP). Pauschal 7 Prozent des Kaufpreises in Andalusien
• Notargebühren. In der Regel 600–1.000 €, je nach Wert und Komplexität, manchmal als Prozentsatz
• Gebühren für das Grundbuchamt. In der Regel etwa 400–700 €
• Rechtskosten. Rechne mit etwa 1 Prozent des Kaufpreises
Willst du auf Nummer sicher gehen? Leg mindestens 10 Prozent zusätzlich beiseite.
Neues aus der Entwicklung
Bei Neubauten verschieben sich die Kosten ein wenig.
• Mehrwertsteuer (IVA). 10 Prozent des Kaufpreises
• Stempelsteuer. In der Regel 1,5 Prozent
• Notar und Grundbuchamt. Rechne mit insgesamt 1.000–1.700 €
• Rechtskosten. Etwa 1 Prozent
Um abgesichert zu sein, solltest du mindestens 13 Prozent beiseite legen.
Laufende Unterhaltskosten
Nehmen wir als Beispiel eine moderne Zwei-Zimmer-Wohnung in Estepona (Baujahr 2019) im Wert von 500.000 €.
Jährliche Grundsteuern
• IBI (Grundsteuer). Basiert auf dem Katasterwert, der in der Regel unter dem Marktwert liegt. Für diese Art von Immobilie: 600–1.000 € pro Jahr
• Müllabfuhr (Basura). Etwa 100 € oder weniger, je nach Gemeinde
Gemeinschaftsgebühren
Wenn dein Haus in einer Wohnanlage liegt, fallen Gemeinschaftsgebühren an. Diese decken die Instandhaltung des Pools, der Gärten, der Aufzüge, der Beleuchtung, der Sicherheit und aller gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen ab.
Rechne für die Beispielwohnung mit 300–400 € pro Monat.
Persönliche Einschätzung: Sobald du eine Immobilie kaufst, wirst du Teil der Gemeinschaft. Das bedeutet Versammlungen, Abstimmungen über den Haushalt, die Wahl eines Vorsitzenden und die Entscheidung, ob Geld für neue Tore ausgegeben oder die Eingangshalle neu gestrichen wird. Es ist wie eine kleine Kommunalverwaltung. Dein Beitrag ist fällig, egal ob du dort wohnst oder nicht. Es geht um die Instandhaltung zum Wohle aller.
Noch ein Tipp: Ein guter Gärtner oder Handwerker ist Gold wert. Meiner hilft bei Lieferungen, kleinen Reparaturen und hält das ganze Haus in Ordnung. Das ist jeden Euro wert, wenn man Vertrauen aufbaut.
Versorgungsunternehmen
• Strom. 50–150 € pro Monat für eine Zweizimmerwohnung. Bei großen Häusern oder intensiver Nutzung der Klimaanlage können die Kosten auf über 300 € steigen.
• Wasser. 20–40 € pro Monat
• Internet oder Fernsehen. Je nach Anbieter etwa 20–40 € pro Monat
Sicherheit
• Alarmanlage. Sehr empfehlenswert. Sector Alarm, Securitas Direct und ähnliche Anbieter haben gerade Sonderangebote mit kostenloser Installation. Die monatlichen Gebühren liegen bei etwa 40–50 € (ich habe HIER einen Ratgeber zu diesem Thema geschrieben)
Persönliche Einschätzung: Concierge-Dienste klingen glamourös, aber die meisten sitzen nur in einer Kabine und haben kaum was zu tun. Ein guter Handwerker oder Gärtner bringt oft mehr. Wenn es um das Budget geht, sprich das Thema beim nächsten Nachbarschaftstreffen an.
Versicherungen
• Hausratversicherung. Deckt Gebäude und Hausrat ab. Für eine Zweizimmerwohnung musst du je nach Versicherungsumfang mit 200–400 € pro Jahr rechnen.
Weitere Überlegungen
Einkommensteuer für Nichtansässige
Auch wenn du nicht in Spanien steuerlich ansässig bist und die Immobilie nicht vermietest, musst du dennoch Einkommensteuer zahlen. Die Steuerbemessungsgrundlage beträgt 1,1 Prozent des Katasterwerts, der mit 19 Prozent besteuert wird. Eine kleine Summe, aber dennoch erwähnenswert.
Instandhaltungsdienste
Wenn du eine Villa oder ein Einfamilienhaus besitzt, benötigst du private Dienstleistungen wie Gartenpflege, Poolpflege und Reinigung. Die Preise variieren je nach Größe der Immobilie und Häufigkeit der Dienstleistungen.
Persönlicher Tipp: Wenn du nicht ganzjährig in Spanien lebst, haben diese Leute oft Zugang zu deinem Zuhause. Vertrauen ist wichtig. Billig ist nicht immer klug. Empfehlungen sind immer noch besser als Online-Anzeigen.
Abschließende Gedanken
Diese Kosten im Voraus zu kennen, macht einen großen Unterschied bei der Planung deines Kaufs. Außerdem erspart es dir den Stress durch spätere Überraschungskosten.
Wenn du mal einen klaren Überblick über diese Kosten für deinen konkreten Immobilientyp oder deine Region haben möchtest, bin ich immer da, um dir dabei zu helfen, den Durchblick zu behalten.

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